Erwartungsvoll
© Simone Baumeister
Erwartungsvoll
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Zunächst vorweg: Uhus stehen unter strengem Naturschutz und dürfen nach geltendem Recht nicht beunruhigt, aufgescheucht oder in irgendeiner Weise gestört werden. Die Fotografie dieser Tiere ist somit nur unter strengen Auflagen und größter Vorsicht erlaubt und auch dann überhaupt nur möglich!!! Ich fotografiere diese Uhufamilie mit Erlaubnis des Eigentümers des Privatgeländes. Viel wichtiger aber ist, dass die Zuständige Naturschutzbehörde ebenfalls Bescheid weiß und mir in Genauer Absprache, wie und unter welchen Umständen ich vor Ort fotografiere, die Erlaubnis dazu gegeben hat. Uhus leben nicht selten auf Firmengelände, wo auch noch die Zustimmung des Steinbruchbesitzers zwingend erforderlich ist!!! Das ist sogar in der Regel das größte Problem, da die Steinbruchinhaber versicherungstechnisch da in einer schwierigen Position sind. Also: Nicht einfach nachmachen!!!

Mich hat das Uhu-Fieber kommplett im Griff und gestern fühlte ich mich wirklich beschenkt. Nicht nur, dass die Jungtiere offen sichtbar in einer Höhle liegend vor mir eingeschlafen sind. Nein, auch das Weibchen kam ohne jede Scheu zur Fütterung. Sie scheint in der Nacht den "Vorratsschrank" in der Höhle aufzufüllen und kommt tagsüber nur alle paar Stunden, um sich dort zu bedienen und aus den Vorräten die Jungtiere zu füttern.

Ich bin immer wieder sehr erstaunt, wie gesittet und ruhig so eine Uhufütterung vor sich geht. Die Mutter wird zwar aufgeregt und freudig mit angestellten Flügeln und heftig auf- und abwippend erwartet. Aber sobald sie da ist, waren die Jungtiere, welches zuerst gefüttert wird. Das entscheidet das Weibchen, während das zweite Tier geduldig daneben steht und wartet. Es bettelt nicht, es wirkt nicht nervös, es guckt gelegentlich ein wenig in der Gegend herum und ist sich einfach sicher, nicht vergessen zu werden. Pures Vertrauen in die Versorgung einer Mutter.
Wenn das erste Jungtier zuende gefüttert wurde, folgt ein sehr unaufgeregter Wechsel. Das erste Tier tritt zurück und das wartene Tier geht zur Vorratsstelle. Auch da... kein Betteln, kein Zupfen am Gefieder der Mutter, kein Geschwisterneid... nichts.
Wenn beide satt sind, fliegt die Mutter wieder ab und beobachtet von einer entfernten Sitzwarte ihren Nachwuchs.
Sie sind immer in Sichtkontakt und meistens zeigt sie beim warten ihren weißen Brustfleck, den man auch auf weite Entfernung erkennen kann. Es gibt immer wieder Blickkontakte zwischen dem Nachwuchs und dem Weibchen. Aber direkten Kontakt gibt es nur während der kurzen Fütterungsmomente.
Die Kleinen müssen wirklich schnell groß werden.

Ein paar weitere Eindrücke gibt es hier
https://www.youtube.com/watch?v=v7H0kur6JMc
Autor: ©
Eingestellt:
Aufgenommen: 2017-05-20
Dokumentarischer Anspruch: Ja ?
Fotografischer Anspruch: Fortgeschritten ?
Technische Angaben: zeigen
Dateigröße: 584.7 kB, 1000 x 667 Pixel.
Technik:
Canon EOS 5D Mark IV, 840mm
1/250 Sek., f/6.3, ISO 2500
Belichtungsautomatik, Automatischer Weißabgleich
Ansichten: 97 durch Benutzer, 327 durch Gäste
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